100% Summerevent NASCAR


 
Derzeit befinden sich die Fahrer der German Nascar League (GNL) des Virtual Racing e.V. in der Sommerpause. Das Team Fanatec DTMR jedoch steht nicht still. So wurde beschlossen, nach der Sommerpause verstärkt anzugreifen und zwei weitere Fahrer ins Liga-Geschehen zu werfen. So werden Ende August Michael Haidorf mit der #110 und Oliver Scharlach mit der #109 in den Rookie-Cup einsteigen und alles daran setzen, möglichst schnell die Lizenz für die höheren Ligen zu erhalten.

So kam zwecks Vorbereitung ein vom GNL-Rookie Oliver Graves organisiertes Sommerevent zum rechten Zeitpunkt. Auf dem Programm stand ein 100%-Rennen auf dem Michigan International Speedway – anders gesagt: 200 Runden heiße Rennaction. Das Besondere des Events war, dass es ein Aufeinandertreffen von Rookies und Lizenzfahrern ermöglichte. Leider muss man jedoch vorweg nehmen, dass dies wohl auch ein bisschen verhängnisvoll war, da sich das Fahrerfeld somit kaum kannte.

Das Team Fanatec DTMR fand sich mit allen vier Fahrern – Robert Worm (#39), Oliver Scharlach (#109 – gesundheitlich angeschlagen), Michael Haidorf (#110) und Daniel Leiß (#128) im Fahrerlager ein und nahm zunächst gegen 19.00 Uhr das 90minütige Training unter die Räder. Hier geschah wenig Spektakuläres. Während Haidorf und Worm sich im hinteren Mittelfeld etablierten, konnte Leiß schon seine Tagesform aufleuchten lassen und holte die viertbeste Trainingszeit. Scharlach fuhr, um seine Gesundheit zu schonen, nur wenige Runden und landete auf Platz 35.

Darauf folgte die Qualifikation, die üblicherweise jedem Fahrer zwei schnelle aufeinander folgende Runden ermöglicht. Hier bestätigte Leiß seine Trainingsplatzierung und erreichte sein selbst gestecktes Ziel mit einer Zeit von 36.655. Damit stand er wiederholt auf Platz 4. Worm landete mit einer 37.001 auf Platz 15 und war durchaus zufrieden. Auf Platz 26 setzte sich Haidorf mit einer 37.262. Scharlach bekam den Wagen nicht rechtzeitig gestartet und startete schließlich von Platz 35.

Die Happy Hour (20 Minuten) ermöglichte nochmal, den letzten Feinschliff vorzunehmen und die Boxenan- und abfahrt zu trainieren, bevor es dann gegen 21.00 Uhr hieß: Green, Green, Green.

200 Runden standen auf dem Programm und das ließ ein langes Rennen vermuten. Leider bestätigte sich die Vermutung all zu schnell. Das Fahrerfeld war nervös und manchmal einfach auch ungehalten. Eine Rennunterbrechung jagte die andere und so kamen kaum richtige Greenstints zustande. Daniel Leiß und Robert Worm konnten sich zunächst aus allem raushalten, während Michael Haidorf leider ab und an in kleine Scharmützel verwickelt war. Das zerfahrene Rennen streckte sich in eine scheinbare Ewigkeit. Etwa die ersten 70% des Rennens schleppten sich von Yellow zu Yellow. Einige Fahrer mussten unfallbedingt aufgeben, andere wiederum fuhren ihr Stockcar entnervt an die Box und stiegen aus, um sich diese Orgie nicht weiter anzutun. Oliver Scharlach strich bereits nach 22 Runden die Segel. Ihm spielte die Hardware einen Streich. Nach 66 Runden hatte Michael Haidorf genug gelb gesehen und beendete das Rennen mit einem zudem angeschlagenen Dodge vorzeitig.
Leiß und Worm diskutierten eifrig darüber, ob sie ebenfalls die Wagen abstellen oder doch noch auf längere Grünphasen hoffen sollten. Für eine Aufgabe lagen sie jedoch zu gut positioniert – fuhren sie doch zeitweilig in den Top5. Also entschlossen sie sich weiterzufahren. Eine Tendenz zu mehr Grün war ja auch erkennbar. Doch leider gab es da noch einen letzten Unfall etwa 50 Runden vor Schluss. Wieder mal war es ein Restart und Christian Wilms schlug plötzlich quer. Alle Wagen um ihn herum kamen in größere Schwierigkeiten und während Daniel Leiß etwas weiter vorn platziert noch durchkam, konnte Robert Worm nicht mehr ausweichen und wurde Opfer des kleinen Big One. Er schleppt den Wagen noch an die Box, ließ reparieren und fuhr wieder hinaus. Beim erneuten und letzten Restart musste er jedoch feststellen, dass der Wagen auf der Hinterachse infolge des Unfalls dermaßen loose war, dass es zu gefährlich war, so weiterzufahren. Ein erneuter Reparaturversuch zeigte nicht die erhoffte Wirkung und so gab Worm mit bereits einigen Runden Ruckstand bei 47 to Go und auf Platz 14 liegend auf. Frustriert gab er zu Protokoll: „Da hält man sich 150 Runden aus allem raus, fährt ein sauberes Rennen, schleppt sich von einer Yellow zur nächsten und dann wird man so unversehens aus dem Rennen genommen. So macht das keinen Spaß.“
Doch wenigsten holte Daniel Leiß für das Team Fanatec DTMR die Kohlen aus dem Feuer. Die letzten 50 bis 60 Runden waren tatsächlich endlich durchgängig grün und der Fahrer mit der #128 konnte sich sogar für 36 Runden auf Platz 1 setzen. Im Schlepptau George Kuyumji und Florian Kirchhofer. Leider musste er beide dann doch passieren lassen, nachdem er sie rundenlang hinter sich hergezogen hatte. Schließlich gab es dann noch einen letzten Splash’n’Dash-Pitstop, bei dem Leiß etwas zuviel Zeit liegen ließ. So verlor er den Anschluss an Kuyumji (1.) und Kirchhofer (2.), fuhr schließlich aber einen souveränen 3. Platz ein.

Letztlich kann man das Event wohl als große Lehrstunde und als akzeptable Leistung historisch abheften. Das Team Fanatec DTMR hätte gern mehr aus dem Rennen gemacht, jedoch waren die Bedingungen mehr als zerfahren. Der 3. Platz von Daniel Leiß aber ermutigte schlussendlich die Teamführung doch und so wurden noch ein paar Champagnerflaschen auf den Kopf gestellt.

Statistische Daten:

ftp://ftp.vr-replays.de/Nascar/Repla…gan/index.html